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Ratgeber · E-Rechnung

E-Rechnung erstellen — Schritt-für-Schritt-Anleitung

Lesezeit ca. 11 Min. · Aktualisiert Juni 2026 · von Martin Hofmann

Kurz erklärt

E-Rechnung erstellen in 6 Schritten: (1) Pflicht-Format wählen (für DACH-Mittelstand meist ZUGFeRD Profil EN 16931 oder XRechnung), (2) passende Software wählen (kostenfrei: KoSIT-Tool, ZUV oder Paperless-ngx für Eigen-Hoster; kommerziell ab ca. 10 €/Monat: lexoffice, sevdesk, DATEV, candis), (3) Pflicht-Felder ausfüllen, (4) Datei generieren, (5) Validierung mit KoSIT-Validator, (6) Versand per E-Mail, Portal oder Peppol. Erstellungs-Aufwand pro Rechnung nach Routine: 2–5 Minuten. Für Klein-Unternehmer und Freiberufler: kostenlose Tools reichen in 90 % der Fälle.
Zwei Personen arbeiten mit Laptops und Unterlagen an einer Rechnung

Schritt 1 — Format entscheiden

Bevor Sie Software auswählen: entscheiden Sie, in welchem Format Sie Ihre E-Rechnungen erstellen wollen.

Ihre SituationEmpfehlung
Rechnungen primär an deutsche B2B-KundenZUGFeRD (Profil EN 16931) – kompatibel mit den meisten Empfänger-Tools, optisch lesbar
Rechnungen primär an Behörden (B2G)XRechnung – Pflicht-Format dort
EU-Auslands-RechnungenPeppol BIS 3.0
Mix aus B2G und B2Bbeide aktivieren, Tool kann pro Kunde wählen

Details: XRechnung vs ZUGFeRD vs Peppol.

Schritt 2 — Software wählen

Die Wahl hängt von Ihrer Rechnungs-Menge, Ihrer bisherigen Buchhaltung und Ihrem Budget ab.

Cluster A — Kostenfreie Tools (Selbstständige, kleine Vereine, gelegentliche Rechnungen)

ToolWas es kannWo es Grenzen hat
KoSIT-Tool / ZRE-Web-Erfassungerstellt XRechnung direkt im Browsermanuelle Eingabe pro Rechnung, keine Stamm-Daten-Verwaltung
OZG-PortaleWeb-Eingabe für B2Gnur an öffentliche Auftraggeber
Paperless-ngxOpen-Source-DMS, kann E-Rechnungen lesen und ablegenEigen-Hosting nötig, Erstellungs-Funktion eingeschränkt
Excel + MustangprojectExcel-Vorlage mit Konvertierung via Open-Source-ToolBastel-Lösung, ohne Garantie
Open-Source-Bibliotheken (z.B. Mustangproject, ZUGFeRD-Maven)für EntwicklerProgrammier-Kenntnisse nötig

Empfehlung: Für 1–10 Rechnungen pro Monat kostenfrei machbar. Für mehr lohnt sich kommerzielle Software.

Cluster B — Kostengünstige SaaS-Tools (Klein-Unternehmer, Selbständige, Vereine)

ToolPreis abStärken
lexofficeca. 15 €/Monatsehr einfach, gute mobile Apps, ZUGFeRD- und XRechnung-Versand
sevdeskca. 16 €/Monatbeliebt bei Selbstständigen, gute DATEV-Anbindung
Buchhaltungsbutlerca. 25 €/MonatDATEV-nah, gute Workflow-Logik
Easybillca. 9 €/Monatsehr günstiger Einstieg
fastbillca. 10 €/MonatSelbstständigen-fokussiert
billbeeab ca. 10 €/MonatE-Commerce-Anbindung gut

Empfehlung: Für 5–100 Rechnungen/Monat reicht ein Tool aus diesem Cluster bei den meisten Selbstständigen und kleinen Vereinen.

Cluster C — Mittelstand-Lösungen (DATEV-nah)

ToolStärken
DATEV Unternehmen onlineStandard bei DATEV-Mandanten, voller Buchführungs-Workflow
DATEV Auftragswesen nextAuftrags-Abwicklung inkl. E-Rechnung
candisBelegmanagement mit E-Rechnung
Auftragswesen-Module in modernen ERPs (Microsoft Dynamics BC, Haufe X360, weclapp, Odoo)vollintegriert in ERP-Workflow

Cluster D — ERP-integrierte Lösungen (Mittelstand und Konzerne)

ToolStärken
SAP S/4HANA mit E-Rechnung-ModulKonzern-Standard
Microsoft Dynamics 365 BCgute MS-Integration
Sage 100 / 200etabliert
proALPHA, abasspezialisierte Mittelstand-ERPs
Custom-Setups mit Peppol-Access-PointEU-Geschäft

Schritt 3 — Pflicht-Felder ausfüllen

Eine EN-16931-konforme E-Rechnung enthält ca. 30 Pflicht-Felder. Die meisten Tools führen Sie automatisch durch. Hier die wichtigsten:

Stamm-Daten

  • Vollständiger Name / Firmierung des Rechnungs-Stellers und des Empfängers
  • Anschriften beider Parteien
  • Steuer-/USt-IdNr. (Pflicht für Vorsteuer-Abzug)

Rechnungs-Daten

  • Rechnungs-Nummer (eindeutig, fortlaufend)
  • Rechnungs-Datum
  • Liefer-/Leistungs-Datum (separat vom Rechnungs-Datum!)
  • Zahlungs-Bedingungen und Fälligkeits-Datum

Positionen

  • Beschreibung der Leistung/des Artikels
  • Menge und Einheit
  • Einzel-Preis netto
  • Gesamtpreis netto pro Position

Steuer-Daten

  • Steuersatz pro Position (19 %, 7 %, 0 %)
  • Steuer-Beträge pro Steuersatz aggregiert
  • Steuer-freie Beträge mit Grund-Hinweis (z.B. „§ 19 UStG — Kleinunternehmer", „Reverse Charge", „§ 4 Nr. 8 UStG")

Sonstige Pflicht-Daten

  • Bank-Verbindung (IBAN, BIC, Konto-Inhaber)
  • Verweis auf eine Bestell-Referenz oder Auftrags-Nummer (Pflicht bei B2G, optional sonst)

Schritt 4 — Datei generieren

Bei kommerziellen Tools: Knopf-Druck. Bei manueller Erstellung (z.B. mit dem KoSIT-Tool):

  1. Web-Formular ausfüllen
  2. Eingabe-Daten prüfen
  3. „XRechnung erstellen" oder „ZUGFeRD-PDF erstellen" klicken
  4. Datei herunterladen

Konkretes Format-Ergebnis:

  • XRechnung: Sie erhalten eine .xml-Datei (typisch 5–20 KB)
  • ZUGFeRD: Sie erhalten eine .pdf-Datei (typisch 50–200 KB), die XML eingebettet hat

Schritt 5 — Validierung

Bevor Sie die Rechnung versenden, validieren Sie sie. Das ist wichtig: bei Formatfehlern könnte der Empfänger die Rechnung zurückweisen.

Kostenlose Validatoren

  • KoSIT-Validator (Online und Offline-Tool für XRechnung)
  • AvTECH-Validator für ZUGFeRD
  • Peppol-Validierung durch Access-Point automatisch

Was geprüft wird

  • strukturelle Korrektheit (XML-Schema)
  • Pflicht-Felder vollständig
  • Geschäfts-Regeln (z.B. Steuer-Berechnungen stimmen)
  • EN-16931-Konformität
  • bei XRechnung: zusätzlich die XRechnung-CIUS (Core Invoice Usage Specification)

Was bei Fehlern tun

  • Warnings (gelbe Meldungen) – meist nicht-blockierend, aber prüfen
  • Errors (rote Meldungen) – Pflicht: korrigieren vor Versand
  • bei kommerziellen Tools: meist behebt das Tool die Fehler automatisch oder zeigt, was nachgepflegt werden muss

Schritt 6 — Versand

Drei Versand-Wege:

Versand-Weg 1 — E-Mail

Sie hängen die Rechnungs-Datei an eine E-Mail an. Das ist der einfachste Weg – kein Tool, kein Account, einfacher Versand. Adresse: häufig eine spezielle Rechnungs-Adresse beim Empfänger (z.B. rechnungen@firma.de, invoice@firma.de). Fragen Sie den Empfänger.

Achtung: Das XML- oder ZUGFeRD-PDF ist das Rechnungs-Original. Kein zusätzliches PDF mit Logo dazu – sonst wird die Bedeutung des Originals unklar.

Versand-Weg 2 — Portale

Behörden bieten Eingangs-Portale (ZRE = Zentrale Rechnungs-Eingangs-Plattform für den Bund sowie Länder-Portale). Sie laden Ihre Rechnung dort hoch. Vorteil: garantierter Eingang, Validierung passiert automatisch.

Versand-Weg 3 — Peppol-Netzwerk

Wenn Sie und Ihr Empfänger Peppol-Access-Points haben, läuft der Versand über das Netzwerk. Der Empfänger bekommt die Rechnung direkt in sein Buchhaltungs-System. Vorteil: vollautomatisch, Audit-Trail. Nachteil: Setup-Aufwand und laufende Access-Point-Kosten.

Schritt 7 — Archivierung

Auch nach dem Versand: archivieren Sie die Rechnungs-Datei 10 Jahre revisionssicher nach GoBD.

  • Original-Datei speichern (das XML bei XRechnung, das PDF bei ZUGFeRD)
  • unveränderlich und chronologisch nachvollziehbar ablegen
  • Backup-Konzept ist Pflicht

Ein DMS vereinfacht das: zur DMS-Übersicht.

Schritt-für-Schritt-Beispiel: lexoffice

Konkretes Vorgehen für ein typisches Klein-Unternehmen mit lexoffice:

  1. 1

    lexoffice öffnen

    Bereich „Belege" → „Neue Rechnung".

  2. 2

    Empfänger auswählen

    Bestehenden Kunden wählen oder neu anlegen (Stamm-Daten einmalig).

  3. 3

    Positionen eintragen

    Beschreibung, Menge, Einzelpreis, Steuersatz.

  4. 4

    Hinweise hinzufügen

    Zahlungs-Bedingungen, Liefer-Datum.

  5. 5

    Format wählen

    „E-Rechnung versenden (ZUGFeRD)" oder „XRechnung".

  6. 6

    Versand

    lexoffice schickt die Rechnung direkt per E-Mail an Ihren Kunden – die Datei ist Anhang, der Mail-Text ist nur ein Begleit-Text.

Aufwand pro Rechnung nach Eingewöhnung: 2–4 Minuten.

Grundlagen zum Thema liefert unser Ratgeber Was ist eine E-Rechnung; alle Fristen erklärt E-Rechnung-Pflicht 2025/2026. Sonder-Regeln für Selbstständige: E-Rechnung für Kleinunternehmer.

Kostenloses Tool

Drei Fragen genügen: Der E-Rechnung-Pflicht-Check zeigt sofort, welche Pflichten ab wann für Sie gelten – ohne Anmeldung.

So gehen wir das an

Sie sind unsicher, welches Tool zu Ihrem Volumen und Ihrer Buchhaltung passt? Wir empfehlen herstellerunabhängig die wirtschaftlichste Lösung, richten den Erstellungs- und Versand-Prozess ein und kalkulieren die Förderung. Umsetzen lassen statt selbst basteln: unsere Leistungsseite E-Rechnung einführen.

FAQ

Häufige Fragen

Reicht für mich ein kostenfreies Tool?
Wenn Sie 1–10 Rechnungen pro Monat schreiben und keine komplexe Buchhaltung haben: ja. Wenn Sie mehr Rechnungen, Buchhaltung mit DATEV-Schnittstelle oder Stamm-Daten-Verwaltung brauchen: lohnt sich ein kommerzielles Tool ab ca. 10 €/Monat.
Kann ich eine E-Rechnung mit Word oder Excel erstellen?
Word/Excel allein nicht – sie generieren PDFs ohne strukturierte XML. Aber: mit dem Open-Source-Tool Mustangproject können Sie aus einer Excel-Vorlage eine ZUGFeRD-Datei generieren. Bastel-Lösung, aber funktioniert.
Was ist mit handgeschriebenen Quittungen?
Quittungen bis 250 € brutto fallen unter die Kleinbetrags-Regelung (§ 33 UStDV) – keine E-Rechnungs-Pflicht. Für höhere Beträge muss eine ordnungsgemäße Rechnung (jetzt: E-Rechnung) ausgestellt werden.
Wie unterscheide ich Kunden, die Papier wollen, von solchen, die E-Rechnung wollen?
Während der Übergangs-Phase (bis 31.12.2026): wenn ein B2B-Kunde explizit Papier oder PDF will und Sie können seine Zustimmung dokumentieren, dürfen Sie weiter so verschicken. Ab 01.01.2027/2028 nicht mehr – egal was der Kunde sagt.
Was, wenn meine Software keine E-Rechnung erstellt?
Drei Optionen: (1) Upgrade beim selben Hersteller (häufig kostenfrei oder geringer Aufpreis), (2) Add-On-Tool wie Mustangproject oder eInvoice24, (3) Software-Wechsel. Wir prüfen die wirtschaftlichste Option im Erstgespräch.
Kann ich rückwirkend E-Rechnungen erstellen?
Eine Rechnung muss zum Liefer-/Leistungs-Datum korrekt ausgestellt werden. Wenn Sie heute (2026) eine Rechnung für eine Lieferung im Juni 2026 ausstellen, kann das eine E-Rechnung sein. Eine rückwirkende Format-Konvertierung alter Papier-Rechnungen ist nicht zulässig.
Was bei Storno / Korrektur?
Korrektur-Rechnungen (Gutschriften, Stornos) fallen auch unter die E-Rechnungs-Pflicht – gleiche Regeln. Bei den meisten Tools ist das Standard-Funktion.
Welche Tools erstellen sowohl XRechnung als auch ZUGFeRD?
Praktisch alle kommerziellen Tools: lexoffice, sevdesk, DATEV, candis, Buchhaltungsbutler, Easybill, fastbill, billbee. Sie können pro Versand wählen.
Was, wenn meine Buchhaltung ausgelagert ist (Steuerberater)?
Ihr Steuerberater nutzt typisch DATEV. Sie können Rechnungen entweder selbst über DATEV Unternehmen online erstellen oder über ein kompatibles Tool (sevdesk, lexoffice mit DATEV-Schnittstelle).
Wer ist mein Ansprechpartner bei z1Digital?
Stefan Lausch (Geschäftsführer) begleitet die Tool-Auswahl und Umstellung persönlich.

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Im kostenlosen 30-Minuten-Erstgespräch empfehlen wir herstellerunabhängig die passende Software und kalkulieren direkt die Förderung.

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